SG Ratingen: Pokalaus nach durchwachsenem Wochenende

2018-11-29T18:18:39+00:00 29. November 2018|
Am Ende eines körperlich anstrengenden Wochenendes stehen für die Löwen zwei Punkte in der Nordrheinliga und das Aus in der dritten Runde des HVN-Pokals. Aufgrund einer Spielverlegung und der Ansetzung der dritten Pokalrunde mussten die Dumeklemmer an zwei Tagen gleich zwei Mal antreten – ob der eh schon angespannten Personallage keine einfache Situation. Marcel Müller, Jan Kerssenfischer und Fabian Claussen fielen weiterhin aus, zusätzlich musste Rückraumspieler Lukas Plaumann am Pokalsonntag krankheitsbedingt passen. In Plaumanns Abwesenheit gab Ole Völker notgedrungen sein Comeback nach einer Knieverletzung.
Das Wochenende startete jedoch am Samstag mit der Regionalliga-Partie gegen den TV Jahn Köln-Wahn. Die Dumeklemmer verpasst zunächst den Start in die Nachholpartie und gerieten nach anfänglicher 1:0 Führung schnell mit 2:5 in Rückstand. Nach einer Auszeit von Trainer Khan konnte Filip Lazarov zwar beim 5:6 nach 12 Minuten den Anschlusstreffer herstellen, die Gäste aus Köln konnten sich jedoch nach 19 Minuten beim 7:10 durch Alexander Busche wieder absetzen. Die drei-Tore-Führung konnten die Gäste bis in die Schlussphase der ersten Hälfte verteidigen, erst in den finalen 30 Sekunden verkürzte Filip Lazarov mit einem Doppelpack auf den 13:14 Halbzeitstand.
In der zweiten Halbzeit dauerte es ganze zehn Minuten, bis die Dumeklemmer zu ihrem Spiel fanden. Vom 14:15 Anschlusstreffer durch Lukas Plaumann erhöhte der starke Davidson Idahosa mit drei Toren in Folge für die Gäste auf 14:18, die bis dahin größte Führung des Spiels. Nachdem Idahosa auch das Tor zum 16:20 für den TV Jahn erzielte, schlugen die Minuten der Löwen. Ab der 40. Minute stabilisierte sich die Abwehr und der zuletzt starke Jascha Schmidt erledigte den Rest, sodass die Dumeklemmer binnen fünf Minuten den Spielstand ausgleichen konnten. Marco Bauer, Yannik Nitzschmann und Etienne Mensger stellen nach knapp 42 Minuten den Anschluss her, Linksaußen Nitzschmann erzielte wiederum eine Viertelstunde vor Schluss beim 20:20 den ersten Ausgleich seit dem 1:1.
Auch im weiteren Spielverlauf konnten sich die Löwen auf ihre Abwehr verlassen, sodass die Kölner nach den zwischenzeitlichen Treffern 21 und 22 über sieben Minuten nicht zum Torerfolg kamen. Diese Phase von der 48. bis zur 55. Minute nutzen die Löwen, um sich erstmals in der Partie auf vier Tore, zum 26:22 abzusetzen. Doch damit war die Partie noch nicht vorbei, drei Jahn-Tore in den letzten zwei Minuten brachten die Gäste wieder auf 27:26 heran. In den verbliebenen 20 Sekunden blieb der Ball aber in Löwenhand, sodass Etienne Mensger in den letzten Sekunden auf den 28:26 Endstand erhöhte.
Unter dem Strich fasst Kapitän Kai Funke das Spiel als „Arbeitssieg“ zusammen. „Spielerisch war das sicher keine Glanzvorstellung“, resümiert Funke, „wir haben nicht gut gespielt, sind aber letztlich durch die Abwehr- und Torhüterleistung wieder zurück ins Spiel und zum Sieg gekommen. Spielerisch können wir mit der Leistung aber nicht zufrieden sein, gegen Opladen und Bonn waren wir insgesamt deutlich besser“. Trainer Khalid Khan ergänzt: „Wir haben nicht gut gespielt, aber eine gute kämpferische Leistung gezeigt. Das spricht für den Charakter der Mannschaft“. Letztendlich hat sich sein Team aber „in einem schwierigen Spiel gut aus der Affäre gezogen“.
Spielfilm: 0:0, 1:2, 3:5, 5:7, 8:11, 11:12, 13:14, PAUSE, 14:17, 17:20, 20:20, 22:22, 26:22, 28:26, ENDE.
Strafminuten: SG 2 / TV Jahn 2
Aufstellung: Schmidt, Angelov – Lazarov 9/4, Bauer 5, Nitzschmann 4, Mensger 4, Plaumann 3, Mergner 2, Eugler 1, Funke, Schmitz, Ditzhaus, Sinnwell, Jonovski.
Keine 24 Stunden dauerte es nach dem Abpfiff, bis die Dumeklemmer wieder gefordert waren. Im Düsseldorfer Norden traf man unweit von der eigenen Heimat auf den TV Angermund, es sollte der zweite Finalist des HVN-Pokals ausgespielt werden. Doch auch gegen den Oberligisten verschliefen die Löwen den Start in die Partie. Florian Hasselbach traf nach knapp drei Minuten zum anfänglichen 2:0 für den TVA, nach dem 2:2 Ausgleich setzten sich die Angermunder jedoch über ein 5:3 auf 7:4 ab.
Bei den Löwen lief offensiv wie defensiv nur wenig zusammen, sodass sich die Angermunder nach 20 Minuten mit vier Toren in Folge auf den deutlichen 11:5 Zwischenstand absetzen konnten. In der 22. Spielminute wurden der eh schon dünne Löwenkader durch eine rote Karte gegen Filip Lazarov weiter dezimiert. Die Ausgangslage im K.O.-Spiel wurde dadurch sicher nicht besser, bis zur Pause blieb der Rückstand aber bei eben jenen sechs Toren aus der 22. Minute – jedes Team traf noch vier Mal zum 15:9 Halbzeitstand.
Wollte man tatsächlich noch das Finale des HVN-Pokals erreichen, bedurfte es einer gewaltigen Steigerung im zweiten Durchgang. Diesmal dauert es allerdings nicht bis zur 40., sondern bis zur 38. Minute bis die Löwen besser ins Spiel fanden. Timo Schmitz, Yannik Nitzschmann und Marco Bauer verkürzten auf 17:14 und brachten die SG so wieder zurück ins Spiel. Dieser drei Tore Rückstand konnte über zehn Minuten, trotz zweier Zeitstrafen gegen die Löwen, gehalten, aber nicht weiter verkürzt werden.
Angermund erhöhte nach 53 Minuten zunächst wieder auf 23:18, bis sich die Löwen zwei Minuten vor Schluss wieder auf 24:21 und in der Schlussminute sogar auf 24:22 heran kämpften. Für mehr als diesen zwei-Tore-Rückstand reichte die Zeit dann aber nicht mehr, mit 25:23 muss man sich dem TV Angermund am Ende des Tages geschlagen geben. Zu allem Überfluss verletzte sich Youngster Yannik Nitzschmann in der zweiten Halbzeit noch am Fuß und droht bis auf Weiteres auszufallen.
„Wir haben das Pokalspiel verdient verloren“, fasst Kai Funke nach Abpfiff zusammen. „Zwei Spiele so knapp hintereinander sind natürlich anstrengend, das soll aber keine Ausrede sein. Wir waren einfach zu unkonzentriert“. Auch Trainer Khalid Khan zeigte sich nach der Partie enttäuscht: „Wir waren in der Anfangsphase einfach nicht da, das geht ganz klar auf unsere Kappe“. Anschließend war die „rote Karte gegen Filip Lazarov eine Katastrophe“ für sein Team. Durch den krankheitsbedingten Ausfall von Lukas Plaumann wurde es im Löwen-Rückraum nach dem Platzweise noch lichter, mit Yannik Nitzschmann verletzte sich in Halbzeit Zwei dann auch noch der Außen, der bis dahin einige Spielanteile im Rückraum übernommen hatte. „Sollte Yannik tatsächlich länger ausfallen wäre das ein Desaster für uns“, konstatiert Khalid Khan, „insgesamt ist es einfach bitter, dass es so gelaufen ist“. Eine Woche bleibt den Löwen nun Zeit um sich zu regenerieren, dann empfängt man in heimischer Halle die DJK Adler Königshof zum ersten von drei verbliebenen Spielen im Kalenderjahr 2018.
Spielfilm: 0:0, 2:1, 4:3, 6:4, 10:5, 13:6, 15:9, PAUSE, 16:10, 17:13, 19:16, 21:18, 24:19, 25:23, ENDE.
Strafminuten: TVA 6 / SG 10
Aufstellung: Angelov, Schmidt – Bauer 6, Mergner 3, Mensger 3, Funke 2, Lazarov 2, Nitzschmann 2, Ditzhaus 2, Eugler 1, Schmitz 1, Völker 1, Steppke, Jonovski.